Was ist ein Trauma wirklich?

Nichts ist mehr so wie es einmal war

Ein Trauma ist eine Wunde oder Verletzung und bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Ereignis, sondern auf dessen körperliche, seelische, geistige und soziale Folgen. Ein Trauma führt zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses. Nichts ist mehr so wie es einmal war.

Der Organismus eines traumatisierten Menschen befindet sich in ständiger Alarmbereitschaft. Er ist entweder häufig übererregt und nervös oder untererregt, erschöpft, abwesend. Und dies häufig im Wechsel. (Michaela Huber)

Traumatische Ereignisse können unterschiedlich sein:

  • shutterstock_83416183körperlicher, psychischer und emotionaler Missbrauch – im Kindesalter aber auch später
  • Tod oder Trennung von den Eltern oder wichtigen Bezugspersonen – vor allem vor dem 11 Lebensjahr
  • schwere Vernachlässigung im Kindesalter
  • sexualisierte, organisierte und ritualisierte Gewalt
  • operative Eingriffe, schwere Erkrankungen und deren notwendige Folgebehandlungen
  • häusliche Gewalt, Vergewaltigung
  • traumatisches Geburtserleben, Kaiserschnitt, Fehlgeburt
  • Verlust eines Kindes oder Tod eines nahen Angehörigen
  • Unfälle, Überfälle, Naturkatastrophen, Krieg, Flucht, Folter

… kann auch Helfer, Angehörige, Hinterbliebene und Zeugen durch Miterleben betreffen.

Schreckliches Erleben

Ein traumatisches Ereignis ist eine als lebensbedrohlich wahrgenommene und überwältigende Gewalterfahrung oder Beobachtung dieser. Es löst extreme Gefühle von Angst, Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Ohnmacht und Ausgeliefertsein aus und überfordert die normalen Anpassungs- und Bewältigungsstrategien eines Menschen. Es hinterlässt eine seelische und körperliche Wunde – ein Trauma, oft mit dem Glauben: Das kann mir nicht passiert sein.

Wenn weder Kampf noch Flucht möglich ist, können sich Körper und Seele der Situation nicht entziehen und der menschliche Organismus schaltet auf Überlebensstrategien um. Der Mensch erstarrt und dissoziiert (vergleichbar mit dem Totstellreflex bei Tieren). Dissoziation ist eine Möglichkeit, nach innen zu gehen, um nichts mehr zu spüren und Unerträgliches aus dem Alltagsbewusstsein abzuspalten oder (vermeintlich) ganz zu vergessen.

Die Überflutung des Gehirns im Rahmen einer überwältigenden Stressreaktion  behindert die angemessene Verarbeitung des Erlebten mit der Folge, dass Betroffene die gemachte Erfahrung nicht wie gewohnt in ihrem episodisch- autobiografischen Gedächtnis (explizites Gedächtnis) integrieren und wieder Abstand davon gewinnen können. Traumatische Erlebnisse und deren Inhalte werden wie zersplitterte Spiegelstücke in ein Traumagedächtnis (implizites Gedächtnis) abgespalten. Sie sind häufig nicht erinnerbar, beeinflussen aber unser Verhalten.

Posttraumatische Stresssymptome

Posttraumatische Stresssymptome sind Reaktionen, Verhalten, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle die an erlittenen Erfahrungen der Traumatisierung gekoppelt sind. Diese werden besonders durch Reize und Situationen die an traumatische Ereignisse in der Vergangenheit erinnern ausgelöst (getriggert).

Posttraumatisches Stresserleben ist nicht unnormal oder ein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion des Körpers und der Psyche auf eine zutiefst belastende Erfahrung.

  • Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in Form von Flashbacks (Erinnerungsblitze mit einem Gefühl, das Ereignis im Hier und Jetzt wieder zu erleben), Intrusionen (auftauchende Bilder und Gedanken, Alpträume) auch in Form von Gerüchen, Geschmacks- und Körper- und Tastempfindungen die an das traumatische Ereignis erinnern
  • Übererregung in Form von Angst, Wachsamkeit, shutterstock_52192345Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Panik, Weinanfällen, Wutausbrüchen, Konzentrationsstörungen, Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Übelkeit, Affektintolleranz etc.
  • Untererregung in Form von Dissoziation (verändertes Erleben der Selbst-, Realitäts- und Zeitwahrnehmung) zeigt sich in körperlicher Taubheit – Unfähigkeit Schmerzen zu empfinden, emotionaler Betäubung, Bewegungs- und Reaktionsunfähigkeit, extremer Distanziertheit, Unfähigkeit zu sprechen oder einen Gedanken zu fassen, Benommenheit, sich von aussen zu beobachten – aus dem Körper zu gehen etc.
  • Vermeidungs- und Rückzugsverhalten von Orten und Tätigkeiten, die etwas mit dem Ereignis zu tun haben oder an das traumatische Ereignis erinnern. Zum Vermeidungsverhalten zählen ebenso: gezielte Überarbeitung, exzessives Putzen,   hektische Betriebsamkeit, Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholkonsum, Erinnerungslücken (Amnesien) etc.

Weitere häufige Symptome:

  • Schuld- und Schamgefühle, Misstrauen
  • Verlust von Körpergrenzen
  • gestörte Körperwahrnehmung
  • Risiko- und selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität
  • Somatisierungen (körperliche Symptome mit psychischen Ursachen) zum Beispiel chronische Schmerzen, Symptome im Bereich des Magen-Darm-Trakts, des Herzens oder der Sexualfunktionen
  • Körpererinnerungen in Form von schmerzhaften Körpererleben

Was sind Traumafolgestörungen?

Ich biete Ihnen einen geschützten Raum, ein offenes Ohr und eine achtsame und wertschätzende Begleitung. Fühlen Sie sich meiner heilkundlichen Praxis in Hamburg-Rotherbaum Herzlich Willkommen.

Kontakt